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Aufräumen und Routen

Ein großer Schritt liegt hinter euch! Alle Instrumente, Sounds und Stimmen sind aufgenommen. Aus dem großen Kauderwelsch gilt es nun einen ansprechenden Mix zu kreieren.

Wie aufwändig und zeitintensiv eine Mix Session ist hängt stark vom Umfang des Projektes und dem Musikstil ab. Durch eine gezielte Herangehensweise lässt sich aber eine Menge Zeit einsparen. Wir werden euch in diesem Tutorial einige Tipps zum Thema Übersichtlichkeit, Struktur und Routing mit auf den Weg geben, die euch schneller zum Ziel bringen werden.

Bevor ihr euch an die Bearbeitung der Einzelsignal macht, solltet ihr euer Projekt aufräumen. Im Recording Prozess wird man mit Sicherheit nicht immer auf absolute Ordnung achten. Zeitdruck oder bspw. eine gute Performance eines Sängers geben oft nicht den Freiraum, um alle Takes während der Recording Session zu editieren und zu sortieren.

Hier sieht man das Ergebnis einer Gesangssession die alles andere als übersichtlich ist.

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Als Erstes solltet ihr überprüfen, ob alle Tracks sinnvoll beschriftet sind. Nichts ist ätzender als beim mischen ständig nach der richtigen Spur zu suchen, die man bearbeiten möchte.

Editiert das Material. Entfernt alle unbenutzten, gemuteten und stillen Passagen, denn nicht alles was still aussieht ist auch wirklich still. Besteht eine Spur aus verschiedenen Takes, dann überprüft, ob Fades und Crossfades gesetzt sind. Knackser entfalten manchmal erst nach dem Mastering ihre ganze Unschönheit! Ebenso kann die Verwendung von unterschiedlichen Spurfarben bei der Orientierung helfen.

Nach zehn Minuten Editing Einsatz ist alles sauber und übersichtlich!

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Um das Arrangementfenster noch übersichtlicher zu gestalten, sollte man sich Ordner für die einzelnen Instrumente anlegen.

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Unser Beispielprojekt besteht aus 15 Drumspuren, 11 Gesangsspuren, 20 Gitarrenspuren und 2 Bassspuren. Ohne den Einsatz von Ordnern wird der Mixing Prozess durch ein ständiges hin- und hergescrolle begleitet.

Hat man alles geordnet, kann man sich die im Moment für das Mixing relevanten Tracks anzeigen lassen oder nicht benötigte Elmente ausblenden. In unserem Beispiel sieht man alle relevanten Vocaltracks. Nicht benötigte Spuren sind ausgeblendet.

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Nach der grafischen Schönheitspolitur kommen wir zum Routing. Im heutigen Sequenzeralltag lässt sich so ziemlich alles überall hinrouten. Wir zeigen euch, wie man durch ein sinnvolles Routing schneller zum Ziel gelangt.

Anhand unserer grafischen Ordnung legen wir uns den vorhandenen Elementen entsprechende Audiogruppen an. Dies ermöglicht einen schnelleren Eingriff beim endgültigen anpassen der Lautstärkeverhältnisse und einen finalen EQ oder Kompressionseinsatz.

In unserem Beispiel habe ich für die Vocal Backings eine Stereogruppe erzeugt. Panning und Lautstärkeverhältnis der vier Backingtracks zueinander habe ich in den Einzelspuren eingestellt. Alle Spuren sind in die Gruppe Vox Back geroutet. Hier kommen ein Kompressor und ein finaler EQ zum Einsatz. Dies hat zum einen den Vorteil, die Backings mit einer Faderbewegung lauter oder leiser zu mischen und zum zweiten spart man Rechnerressourcen indem man nur das Backing Summensignal mit einem Kompressor und EQ bearbeiten kann.

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Das Gleiche habe ich für Gesangshauptspur (Vox Main) und die Doppelung (Vox Double) getan. In den dazugehörigen Gruppen Vox Main und Vox Double (grau unterlegt) habe ich die Signale mit Kompressor und EQ bearbeitet. Alle Gruppen Kanäle sind in die Vox MASTA Gruppe geroutet. Hat man die Lautstärkeverhältnisse der Backings, der Hauptstimme und der Doppelung untereinander eingestellt (automatisiert), kann man im finalen Mix durch eine Faderbewegung in der Vox MASTA Gruppe alle Stimmen an die anderen Elemente in der Lautstärke anpassen, ohne auf jeden einzelnen Stimmenkanal zugreifen zu müssen.

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Dieses Prinzip lässt sich auf alle im Projekt vorhanden Elemente anwenden. Am Beispiel der Drums werden die Vorteile dieser Routingmethode noch deutlicher.

In unserem Beispiel bestehen die Drums aus 13 Einzelspuren. Die diffizile Bearbeitung der Einzelspuren (EQ, Kompression, Panning) wird in den jeweiligen Kanälen vorgenommen.

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Die Bassdrum besteht aus zwei Einzelspuren. Die Overheads und Raumsignale gar aus fünf. Für die Bassdrum, die Overheads und die Raumsignale habe ich Gruppenspuren erzeugt. Die Lautstärkeverhältnisse der einzelnen Signale untereinander werden in den Kanälen angepasst. Das Routing in die einzelnen Gruppen ermöglicht es die Lautstärke der Bassdrum, der Overheads und der Raumsignale durch eine Faderbewegung im finalen Mix zu ändern. Ohne diese Routingmethode müsste man um die Bassdrum im Mix lauter zu machen in zwei Kanälen die Lautstärke verändern. Die Gruppensignale BD und OH sind in die Drums MASTA geroutet. Möchte man im finalen Mix z.B. das gesamte Schlagzeug 0.5 dB leiser machen, kann man dies nun durch eine Faderbewegung realisieren. Zudem lassen sich in den Gruppenspuren globalere Dynamik und EQ Eingriffe realisieren.

Durch eine grafische Reinigung und ein sinnvolles Routing der vielen Einzelsignale ist ein optimalerer Workflow während einer Mixingsession garantiert. Probiert es aus!!!

Ich hoffe euch mit diesen kleinen aber feinen Tipps weitergeholfen zu haben. Fragen und Anmerkungen beantworte ich natürlich jederzeit gern!



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